Es war eine stürmische, dunkle Nacht, als Harmony die kleine Elfe auf hochwichtiger Mission nach Norden flog. Sie hatte eine superwichtige Botschaft für Grummli, den Geburtstagsgnom, denn nur wenn sie es schaffte bis morgen Mittag bei Grummli zu sein, könnte sie ihm sagen, dass Sanni, ihr süßes kleines Mädchen Sanni, sich einen rosafarbenen, riesigen Stoffelefanten zum Geburtstag wünscht. Wie soll Sanni nur ihren Elefanten mit den lila Schleifen an jedem Ohr zum Geburtstag bekommen, wenn sie nicht rechtzeitig zu Grummli fliegt. Die arme Sanni, sie wünscht sich nichts mehr als diesen Elefanten.
Kapitel eins
Hey, da bist du ja wieder. Das ist toll! 😍 Wir haben uns ja ewig nicht mehr gesehen. Bestimmt vier Tage oder so. Hab dich mega doll vermisst! Dachte schon, du hast keinen Bock mehr auf mich. Oder, dass du coolere Freunde gefunden hast.
Ach nee, das kann ja eigentlich alles gar nicht sein, wir beide sind doch einfach die Besties schlechthin. 🤍
Ist alles gut bei dir? Hast du schon jemanden ins Auge gefasst, den ich dir klarmachen soll?
Nein? Na, dann sagst du aber Bescheid, wenn es so weit ist, ja?
Stehst du eigentlich eher auf Jungs oder auf Mädchen oder wie ist das bei dir?
Weißt du noch nicht so recht? Ach, macht nix. Eigentlich hab ich auch gar keinen Bock, mich da so streng festzulegen und einzusortieren. Aber in der Schule fragen die mich ständig, was ich denn bin. Nur wegen dem Styling. Nervt voll. 🙄
1.12.
Tagelang habe ich auf diesen Moment gewartet. Die Chance, ihm endlich zu entkommen. Ihn loszuwerden.
Monatelang habe ich an meinem Versteck gearbeitet – heimlich, wenn er nicht da war. Und er ist fast immer da. Aber jetzt ist sie fertig, meine Fluchthöhle, hier hinter dem Regal mit den Tontöpfen voller Hirse und Kräutern. Eine geheime kleine Nische, nur für mich. Ausgebuddelt in der dunkelsten Ecke der Vorratskammer, unter der Ziegelwand der kleinen Hütte hindurch, in den lehmigen Boden des Vorhofs getrieben, Stunde um Stunde habe ich hier gekniet und mit meinen bloßen Händen gegraben. Er denkt, ich hätte Hirse in den Töpfen. Wenn er wüsste, dass ich dort seit Monaten Erde statt Hirse lagere, er würde mich bestrafen.
Kapitel 1:
Etwas kratzt und schabt am Fensterbrett. Lotta schrickt aus ihrem Traum hoch. „Was war das?“ Die laue, rosenduftende Sommerluft strömt friedlich-unschuldig und sanft durch das halb offene Fenster. Hat sie sich getäuscht? Nein, da ist es wieder. Das Schaben. Das Kratzen. Das Rascheln der Rosenblätter. Das Spalier vor dem Fenster knackt und knarzt unter dem Gewicht seines nächtlichen Bezwingers. Da kommt eine Hand über das Fensterbrett. Die langgliedrigen Finger tasten spinnengleich nach dem Fensterrahmen. Langsam und vorsichtig schieben sie das Fenster weiter auf. Zentimeter für Zentimeter. So, dass es sein verräterisches Quietschen nicht laut ausstößt sondern nur sanft-gruselig vor sich hin summt. Die dünnen, mintgrünen Chiffonvorhänge flattern im Sommerwind. Lotta kann nicht erkennen, wer dahinter an der Hauswand klebt und gerade versucht, in ihr Schlafzimmer einzudringen.
Dieses Mal hab ich mich richtig in die Scheiße geritten.💩 Keine Ahnung wie ich das wieder gerade biege.
Aber ich fang lieber von vorne an. Sonst verstehst du es nicht.
Ich heiße Mika und bin dreizehn Jahre alt. Ich bin eigentlich ein Mädchen. Gerade ist das mit dem Geschlecht kompliziert.👦👧😶 Aber eigentlich bin ich ein Mädchen.💁
Normalerweise habe ich eine sportliche Figur 🚴 mit kleinen, hübschen Brüsten. Frecher, stylischer Kurzhaarschnitt. Dunkelblonde Haare, blaue Augen, perfekter, roter Kussmund👄. Knackiger Apfelpo.🍏 Ich mag mich! 😍
Bluebrain rennt über die Dächer Matureas. Ein Feuerball zischt nur knapp an seinem Ohr vorbei. Schneller. Er springt über die Häuserschlucht. Zwanzig Meter. Hoffentlich kann Blackshaft ihm nicht folgen.
What the? Sie hat es auch geschafft. Ihre Sprungkraft muss sich verbessert haben. Wieder verfehlt ihn ein Feuerball nur knapp. Diesmal kokelt sein linkes Hosenbein. Hektisch schlägt er das Feuer während des Rennens aus.
Nur noch wenige Meter, dann hat er es geschafft. Er hört ihn schon vor sich - seinen Rettungsanker - unten am Strip. Er springt und fliegt in die Tiefe. Punktsicher landet er auf dem Dachende des Zuges. Mit 300km/h rast er von Blackshaft davon.
Es ist dunkel und kalt. Kurz vor Mitternacht.
Ein junges Mädchen liegt ausgehungert und zitternd in den Schatten einer groben Holztür. Die schummrige Laterne leuchtet schwach, oben, neben der Zarge. Auf Kopfhöhe - wenn sie noch stehen könnte. Sie kann es nicht mehr. Sie liegt unten, im Dunkeln. Die Gasse stinkt nach Pisse. Nach Kotze. Nach Müll. Nach Kot.
Eine schwarze Katze läuft an ihr vorbei und faucht gehässig in ihre Richtung. Ein böses Omen. Aber sie kann nicht anders. Sie muss zu ihm. Sie muss an diese Tür klopfen.
